Wie erkenne ich Fake-News im Social Web

Thomas MeyerVeröffentlicht von

Ich hab mir mal ein paar Gedanken zur Identifikation von Fake News gemacht…

1. Nicht nur die Überschrift lesen

Fake-News Publisher nutzen oftmals die Tatsache, dass man „nur“ die Headline liest und nicht den Rest des Artikels. Diese werden somit mit Absicht sehr reißerisch formuliert (oft in Großbuchstaben) und haben meistens inhaltlich nichts mit dem Artikel selbst zu tun. Deswegen die absolute Empfehlung: zuerst den ganzen Artikel lesen und dann erst teilen…

2. Checkt die Quelle

Unseriöse Websites erkennt man meistens auf den ersten Blick. Sie haben oft eine mehr als verdächtige URL-Endung wie com.co. Sie wirken „billig“ und sind mit Werbeeinschaltungen zugekleistert. Check die Sektion „Impressum“ bzw. „Über uns“. Gibt es einen der beiden Bereiche nicht ist absolute Vorsicht geboten. Checkt auch andere Artikel der Website und überprüft so ob es sich um ein vertrauensvolles Medium handelt.

3. Checkt den/die Autor/in

Oft reicht hier eine einfache Google-Suche. Checkt ob und wo der Autor/ die Autorin bereits publiziert hat und sich somit Vertrauenswürdigkeit erarbeitet hat. Gibt es von ihm/ihr nur so reißerische Artikel publiziert bei unseriösen Medien? FAKE!

4. Checkt das Datum

Ein Klassiker der Fake-News Publisher ist, alte Inhalte „neu“ zu verpacken. Das bedeutet, dass sie Ereignisse aus der Vergangenheit wieder veröffentlichen – oftmals passt die Schlagzeile zu einem aktuellen Ereignis, doch der Inhalt beschreibt ein längst passiertes Ereignis. Somit wollen sie Reichweite generieren und aktuelle Ereignisse nutzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Hier empfiehlt es sich die Inhalte genau zu lesen und mit anderen Publikationen zu vergleichen.

5. Checkt die Links und Quellen

Es ist typisch für Fake-News, dass sie entweder gar keine Quellen bzw. Links aufzeigen oder auf Artikel der eigenen Website/andere Fake-News verlinken. Fundierter Journalismus zeigt fundierte Quellen auf. Prüft diese und man kann schnell herausfinden ob es Fake oder gut recherchierter Journalismus ist.

6. Check Zitate und Bilder

Es ist unfassbar einfach Zitate zu erfinden und sie einer berühmten Person in den Mund zu legen. Seid skeptisch bei besonders reißerischen Zitaten. Ebenso werden oft Bilder im völlig falschen Zusammenhang gezeigt. Das Foto eines Terror-Anschlages aus der Vergangenheit wird zum Beispiel oft einfach in die Gegenwart verlegt und verbreitet somit Angst. Es gibt die Möglichkeit der Google-Bildersuche. Nutzt folgenden Link https://images.google.com, um das Internet nach den verwendeten Bildern zu durchsuchen (Bild abspeichern, in das Suchfenster laden und los gehts). In vielen Fällen werdet ihr die Originalartikel zu dem Bild finden und sehen, dass es völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

7. Fakten statt Gefühle

Fake News Publisher spielen mit unseren Gefühlen. Die Autoren nutzen Emotionen wie Angst, Wut, Trauer oder Hilflosigkeit , um uns dazu zu bringen, deren Links zu teilen.
Vertraut den Fakten, nicht euren Gefühlen.

8. Checkt andere Medien

Überprüft ob andere Medien ebenso darüber berichtet. Oft hilf es Schlagwörter der Headline in die Google Suche einzufügen und dann den Reiter „News“ auszuwählen. Gibt es keine Übereinstimmungen (oder nur Meldungen aus der Vergangenheit) muss von Fake-News ausgegangen werden.

9. Lest die Kommentare.

Finden sich menschenverachtende, hetzerische und hasserfüllte Kommentare unter dem Artikel zeigt dies, dass die Seite nicht moderiert bzw. betreut wird (was nichts anderes bedeutet, als dass sie von keinem professionellen redaktionellem Team betreut wird). Ein klarer Fall für reißerischen und verantwortungslosen Pseudojournalismus.

10. Nutzt die Option „Beitrag melden“

Es gibt die Möglichkeit den Beitrag Facebook zu melden (rechts oben auf den kleinen Pfeil klicken). Je mehr kritische und aufmerksame Leser Beiträge melden, dest höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Artikel a)gelöscht wird und b) die publizierende Seite ebenso entfernt wird.

Ein Kommentar

  1. Guter Artikel, nur wird er leider nichts bringen. Verantwortungsvolle User tun all dies schon lange, die anderen klicken eh weiterhin ohne sich vorher zu informieren. Seit Jahren versucht die Seite mimikama.at schon bewussteren Umgang mit derartigen „Machenschaften“ zu erwirken, aber es gibt einfach zu viele die einfach alles klicken, was ihnen unterkommt. Nichts desto trotz Kompliment für deine Mühe der Aufklärung !

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